Analytic Psychocatharsis

... combining meditation with science

Der Borromäische Knoten II

In Fortsetzung von Artikel I beschreibe ich hier die Anwendung des Bo-Knotens auf die Analytische Psychokatharsis. Das zentrale, mit dem kleingeschriebenen ‚a‘ gekenn-zeichnete Feld in der Mitte des Knotens hat so in etwa den Charakter des aus der Astrophysik her bekannten ‚Schwarzen Lochs‘. Dieses von Lacan also als das Loch, als der Lochrand, bezeichnet, den das Symboli-sche ins Reale bohrt, wird von den ‚Objekten‘ des Be-gehrens, den klein zu schreibenden ‚a‘ immer wieder verschlossen, zugestöpselt. In der Analytischen Psychokatharsis sitzt hier das ‚Objekt‘ der Meditation,  ein aus den Strahlt und Spricht zusammengesetztes ‚Ding‘, das auf dem Weg ist zum ‚Ding an sich‘, zum Lacanschen ‚Ding‘, zur Höhe und zum Ziel des ganzen meditativen Vorgangs zu werden. Umgekehrt wie in der Psychoanalyse werden von vornherein Symbolisches und Imaginäres zugunsten des Realen möglichst wenig in Anwendung gebracht.

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Der borromäische Knoten I

In diesem Artikel beschreibe ich, was zum vorwiegend analytischen Verständnis bei Lacans Borromäischem Knoten notwendig ist, während ich im Artikel II darauf eingehe, wie ein Bezug aller Parameter bei dem vorwie-gend meditativen Verfahren der Analytischen Psychoka-tharsis aussieht. Die meisten Hinweise stammen aus dem Seminar XXII von Lacan, so dass ich sie hier nicht einzel aufführe. Der Borromäische Knoten (verkürzt Bo-Knoten genannt) besteht aus drei ineinander verwobenen Kreis-Schlingen, die sein grundlegendes Konzept, nämlich das sich alles auf die drei Kategorien des Symbolischen, Imaginären und Realen hin einordnen lässt, darstellen. Diese Einordnung bezieht sich vor allem auf das unbewusste Seelenleben des Menschen.

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Jesus und die Vision des Anderen

In der FSZ vom 23. 12. 2018 schreibt die Redakteurin Julia Schaaf über eine Frau aus Dänemark, die vor zehn Jahren in der Kapelle des Ortes Ubeda mitten in Andalusien eine Jesus-Vision hatte. Sie war mit einer Reisegruppe unterwegs gewesen und hatte sich wohl etwas ermattet, vielleicht fast ein bisschen erschöpft in die Sakristei gesetzt, als sie in eine Art von visionärem Zustand geriet und den „schönsten Mann, dem sie je begegnet ist, leicht gewellte Haare, schlank, muskulös, . . gebräunt, knapp über dreißig“ unweit vor sich sah. Sein und ihr Blick versenken sich ineinander bis die Vision wieder verschwand und die Protagonistin sich sehr bald sicher war, dass es sich bei dieser Begegnung um Jesus gehandelt hat. Schon vorher hatte sie in der gleichen Kapelle (Sacra Capilla del Salvador) und dann auch anderswo ebenso auratische Erlebnisse gehabt und auch andere haben bemerkt, dass ‚Strahlen‘ von ihr ausgehen.

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Typologie und Hypersphäre

In meinen Büchern habe ich oft die zentralen Elemente aus der Psychoanalyse Lacans, nämlich den Primärvorgang des Schautriebs als ein Es Strahlt und des Sprechtriebs als ein Es Spricht bezeichnet. Vielschichtige Bilder zeigen das eine und sich überlappende Buchstaben das andere dieser beiden Begriffe. Man kann diese Überlappung, die in der Psychoanalyse generell (wegen der Betonung des Worthaften) eine große Rolle spielt, am besten an der Geschichte eines Mannes studieren, die Heinrich Heine erzählte. Dieser Mann wollte nämlich mit seiner Bekanntschaft des reichen Baron Rothschilds prahlen. Er wollte sagen, dass er mit ihm wie „familiär“ verbunden sei, sagte aber: „ich bin mit ihm so „famillionär“. Die Wahrheit also, dass es doch die Millionen sind, die ihn faszinierten, rutschte ihm so aus dem Unbewussten heraus. Und genauso wie im „famillionär“ durch Überlappung der Buchstaben eine Mehrfachbedeutung steckt, nämlich die des Familiären und der Millionen (und somit die Unverblümtheit einer Habgier), so auch in diesem  Formel-Wort von ENS – CIS – NOM, das jedoch mehrere sinngebende Bedeutung in der Weise enthält, dass man sich auf keine festlegen kann. Vielmehr liegen ihm eben drei oder mehr bild- und wortbezogene Bedeutungen zu Grunde, die völlig disparat und unzusammenhängend sind.

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Die Seele des Neandertalers

In der englischsprachigen Zeitschrift Science FOCUS wird berichtet, dass man dabei ist, das Gehirn des Neandertalers zu klonen, ja eventuell sogar den ganzen Menschen. Hilfe dazu kommt von der bisher ja bereits den meisten Menschen bekannten CRISPR/Cas9-Technik der Genzerschneidung und Genmanipulation. Das NOVA1 Gen gilt als Hauptgenerator der frühen Gehirnentwicklung. Von Neandertalerknochen kann man Zellen abschaben, die man heutzutage zu Stammzellen zurückbilden kann, aus denen es möglich ist das Neandertaler NOVA1 Gen zu isolieren. Es wird dann in neumenschliche primäre Neuronzellen eingebaut und in einer Art von Bioreaktor zu Zellteilungen und enormen Zellanhäufungen hochgezüchtet. Man hat dann ein sogenanntes ‚mini-brain‘ nach Neandertaler-Art. Mit diesem dann bis zu einer Popcorngröße angewachsenen ‚Organoiden‘ will man nun Experimente anstellen, die einfache Gehirnleistungen erfassen sollen, die wiederum mit denselben Eigenschaften des modernmenschlichen Gehirns verglichen werden können.

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Trans-Gender und Identität

In der Süddeutschen Zeitung vom 10. 11.2018 findet sich ein Bericht über einen Abgeordneten der Grünen im bayerischen Landtag, der sich offen und positiv über seine psycho-(sexuelle) Identität äußert. Er bezeichnet sich  als Tans-Gender. Er fühlt sich nämlich nicht nur als Mann, sondern auch als Frau und trägt somit auch des Öfteren Perücke und Frauenkleidung. Lange hielt er diese seine Neigung geheim, aber schließlich offenbarte er sich seiner Ehefrau, die über seine Doppelidentität zuerst verstört war, es im Laufe der Zeit jedoch akzeptierte. Nun versteht er sich als Trans-Gender nicht als Transsexueller, will auch keine Hormone nehmen oder sich gar operieren lassen. Nach wie vor tritt er ja hauptsächlich als Mann auf, so auch im Landtag. Nach einem ersten Studium des ausführlichen Artikels in der Zeitung mit Fotos des Genannten, ging ich davon aus, dass er eigentlich ein Transvestit ist und kein Trans-Gender im erweiterten Sinne. Doch würde man ihm damit vielleicht unrecht tun, denn über tiefere, psychische, sexuelle und soziale Vorstellungen wurde vom ihm nichts berichtet.

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Harari, Denett und andere All-Round-Philosophen

Bücher von All-Round-Wissenschaftlern wie Damasio, Dennett, Pinker, Harari, Eagleman und viele andere versuchen heutzutage in umfangreichen Büchern interessant und geistvoll den großen Überblick des Menschseins zu vermitteln. Dennett spricht bei den Lebewesen von einer biologischen bottom-up App der Gene, die übergeht in eine geistvolle Top-down App sogenannter ‚Meme‘.  Beide sind durch eine großartige Analogie verbunden, da sich beide speziell rekursiv erneuern können. Die Gene tun dies kompetent, aber ohne jedes Ver-ständnis, während die in der Folge durch ‚frei schwebende Grundprinzipien‘, Verhaltens-formen und letztlich durch die Sprache zu Kompetenz mit mehr und mehr Verständnis ge-brachten ‚Meme‘ zur künstlichen Intelligenz mit nunmehr vollem Verständnis führen kön-nen. Lapidar erklärt er zum Schluss, dass so etwas zur Gefahr werden kann, wenn man die Grenzen nicht kennt. Für sein Buch hat er tausende von Seiten wissenschaftlicher Veröffent-lichungen gelesen, herausgekommen ist ein hochintelligentes Bla-Bla. Für den Mann auf der Straße ist nichts dabei.

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HSBC - Bank

Am 16. 9. 2018 sendete Phönix einen Bericht über die HSBC-Bank und den derzeitigen Versuch Chinas, die Welt zu erobern. Die Bank, die von englischen Kolonialpolitikern in Hong-kong gegründet wurde, entwickelte sich – vor allem nach der Überlassung Hongkongs an China – zur größten Steuerhinterziehungs- und Geldwäsche-Firma der Welt, referierten die Autoren der Sendung in ihrer äußerst genauen Recherche. Natürlich fielen die kriminellen Machenschaften der Bank  irgendwann auf und es kam während der Finanzkrise von 2008 zur Anklage in Amerika.

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Perfektoide Räume und Psychoanalyse

Der Mathematiker Peter Scholze hat bekanntlich vor kurzem die Fields-Medaille, quasi der Nobelpreis für Mathematik, für seine Entwicklung sogenannter ‚perfektoider Räume‘ bekommen. In einem Vortrag, der nicht nur für Fachleute sondern auch für interessierte Laien bestimmt war und über den die FAZ am 1. 8. 2018 berichtete, legte er sein Konzept über den Zusammenhang von Arithmetik (allgemeine Zahlenlehre) und Topologie (Einsteinsche- oder Gummigeometrie) dar. Es hat die Menschen immer schon interessiert, ob nicht Zahlen und Geometrie eng verwandt sind, sind sie doch Elemente der gleichen Wissenschaft. Scholze ging in seinem Vortrag von der einfachen Zahlengeraden (also 1,2,3,4 . . ) aus, stellte jedoch gleich klar, dass man mit diesen fortlaufenden ganzen Zahlen in der Arithmetik nicht weit kommt. Man muss die Cardanische Formel und die sogenannte Galois-Gruppe benutzen, die den allgemeinen Zahlen eine gewisse innere Raumordnung geben, die man dann den topolo-gischen Räumen gegenüberstellen kann, erklärte Schulze in seinem Vortrag. In der Raum-ordnung kommt es zu Knotenbildungen, die die Primzahlen darstellen und somit hat alles seinen Platz. 

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