Analytic Psychocatharsis

... combining meditation with science

Zwei Formen der Nachträglichkeit

In der Psychoanalyse Freuds ist der Begriff der Nachträglichkeit von besonderer Wichtigkeit. Einerseits – und dies ist die übliche und häufigere Form Nachträglichkeit zu verstehen – geht es darum, dass man einen erregenden, belastenden oder auch zu euphorisierenden Vorgang, also ein Trauma, in der frühesten Kindheit verdrängt hat, später jedoch, z. B. in der Pubertät dessen wahren Inhalt in einer Weise erfasst, der selbst traumatisierend ist. Das typische und oft zitierte Beispiel dafür ist die Urszene, in der man die Eltern in einem aggressiv-intimen Geschehen gesehen und erlebt hat, aber erst beim Wachwerden der eigenen Sexualität erkennt, dass man die Eltern beim Sexualakt beobachtet und sich damit identifiziert hat. ‚Oh Gott, wie peinlich, wie beschämend! Das war es, was ich da erlebt habe und wie ich mich mit der Erregung identifiziert habe‘, könnte der Ausdruck für diese Entdeckung lauten, die nun selbst traumatisierend ist und man wegzuschieben und zu verdrängen versucht. Die Neurose entsteht erst durch dieses erneute, anders geartete Verdrängen sozusagen nachträglich.

Es existiert jedoch auch eine zweite Form der Nachträglichkeit, die schon im ursprünglichen Trauma mitenthalten war. Man hat sich ja so oder so ‚projektiv‘ mit bestimmten Aspekten des aggressiv-sexuellen Geschehens identifiziert. Man war ja aus dem Geschehen einerseits total ausgeschlossen, andererseits konnte man sich wegen des hohen ‚Affektbetrages‘ (ein Ausdruck Freuds) nicht gänzlich davon lösen, sondern war und blieb im Gegenteil affektiv beteiligt. Es ist ein nicht zu ertragender Affekt, denn er beinhaltet so etwas wie einen Lustmord oder andere unverständliche herrlich-grauenhafte Dinge, die man nun irgendwie verpackt mit sich herumschleppt. Sie erscheinen im sogenannten Wiederholungszwang, nämlich unbewusst Dinge zu tun, zu spüren, denken zu müssen – also ohne zu wissen wie und warum. Freud hatte den Wiederholungszwang mit dem Todestrieb gleichgesetzt, denn, um es kühn zu sagen, würde man ihm nicht unbewusst huldigen, wäre die Seele tatsächlich unsterblich.

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Spiritualität und imaginäre Ordnung

Um was es sich bei der Ordnung der Sprache, der symbolischen Ordnung, handelt, ist noch leicht zu verstehen. Diese Ordnung zu analysieren und zu erklären ist Aufgabe der Sprachwissenschaft. Sie erklärt dies mit Srechakttheorien, mit Semantik oder dem Unterschied von Signifikant und Signifikat, was hier nicht interessieren muss. Doch um was handelt es sich bei der Ordnung des Imaginären? Man muss sich diese Frage stellen, wenn man nach Lacan das Symbolische, Imaginäre und Reale unterscheiden will. Eine derartige Unterscheidung ermöglicht viele Aspekte der heutigen Wissenschaftskultur klar zu regeln. Während die Psychoanalytiker sich vorwiegend für die symbolische Ordnung interessieren, da dort das Sprechen in verschiedenen Ausprägungen im Vordergrund stehen, ist für Kenntnisse meditativer und kontemplativ-besinnlicher Verfahren die imaginäre Ordnung wichtiger. So spielt in der Psychoanalyse das sogenannte ‚freie Assoziieren‘, also Gedanken spontan, ohne nachzudenken, frei bis zur Blödheit hin zu äußern, sowie die sprachliche Deutung von Trauminhalten eine große Rolle. In einer Meditation dagegen geht es mehr um das Bildhafte, um den Blick nach innen und um damit verbundene mythisch-mystische Vorstellungen, die einer wissenschaftlichen Betrachtung zu unterziehen notwendig ist.

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Marx, Freud, Lacan und ich.

In diesem Jahr wird der 200. Geburtstag von Karl Marx gefeiert. „Die Produktion produziert nicht nur einen Gegenstand für das Subjekt“, schrieb Karl Marx in seiner Abhandlung ‚Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie‘, „sondern auch ein Subjekt für den Gegenstand“. Die Produktionsverhältnisse waren also der Motor eines in sich geschlossenen Kreislaufs, in dem das menschliche Subjekt und die Gegenstände, die Objekte, hoffnungslos in etwas Wirklichem eingespannt waren, nämlich der Ökonomie als der entscheidenden Triebkraft. Nur wenn man die Produktionsverhältnisse ändern würde, gelänge eine Besserung dieses Wirklichen. Doch um dies zu tun, musste man die ausbeutenden Produzenten ablösen. Die sie ablösenden Proletarier aber wurde dann sehr schnell selbst wieder Ausbeuter, wie die Geschichte inzwischen deutlich gezeigt hat. Sie nannten sich zwar nur Funktionäre, aber der Bedeutungswechsel war nicht echt und wahrhaftig. Die ganze Sache stimmte nicht.

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Heimatminister

Heimatministerien sind en vogue, in Deutschland gibt es sie in NRW, Bayern und im Bund. Man will die Verbundenheit mit Grund und Boden, mit Brauchtum, Sprache (auch Dialekt), Landschaftsgestaltung, Landwirtschaft bis hin zu Nationalstolz pflegen und fördern. Ob es dazu ein Ministerium braucht, da doch offensichtlich viele Menschen sehr wohl wissen, mit welchem Boden sie vertraut sind und wie sie ihn schätzen, kann man vielleicht in Frage stellen. Aber das Hauptproblem liegt ganz woanders. Vor vielen Jahren (noch Ende des letzten Jahrhunderts) hörte ich einmal von einer sudetendeutschen Frau, die ihre Heimat verloren hatte, und sie schilderte, wie schlimm dies für sie gewesen sei. Doch jetzt, nachdem sie auch andere Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen, sei ihr klar geworden, dass die eigentliche und wahre Heimat in einem selbst liege. „Die Heimat liegt in mir, und ich will sie dort finden, denn die kann mir niemand mehr nehmen“, sagte sie glaubhaft. Und aus ganz anderen Gründen, glaube ich dies auch.

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Der gemordete und der tote Vater

(alias Dasheit und Drittheit)

Die Psychoanalytikern R. Perelberg unterscheidet den Komplex des gemordeten von dem des toten Vaters.[1] Bekanntlich war Freud davon ausgegangen, dass am Anfang der Menschheit das Alphamännchen triebhaft und grob über die Clangruppe geherrscht hat und so irgendwann von einem Jüngeren ermordet wurde. Nun ist dies selbst im Tiereich nicht immer so, es gibt auch einmal zwei ‚Silberrücken‘, die sich die Herrschaft über die Gruppe teilen. Freud benutzte jedoch diese These, um zu erklären, wie es zur Gründung von Religion und Sozialstaat gekommen ist. Die Jüngeren hätten später Schuldgefühle entwickelt und so den gemordeten Vater zu einem Gott erhöht. So hätten die frühen Juden auch Moses ermordet und erst in der Folge und aus Reue sei die jüdische Religion entstanden.

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Der Schnitt, Psychoanalyse/Meditation

In den unten stehenden Abbildungen bezieht sich das linke Bild auf Lacans grundlegendes psychoanalytisches Schema des Menschen. Für mein Verfahren der Analytischen Psychokatharsis habe ich es durch die Daraufzeichnung einer Pyramide im rechten Bild  (noch weiter unten) erweitert. Diese Erweiterung betrifft das zentrale Element, das von dem englischen Psychoanalytiker W. Bion ins Spiel der psychoanalytischen Theorie eingebracht wurde. Er bezeichnete es mit dem Buchstaben  O  für  ‚Origin‘ (Anfang), was man jedoch auch als 0 (Null) lesen kann. Vereinfacht ausgedrückt geht es um Folgendes:   

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Weltpolitische Lage

Diese Webseite ist für eine individuelle Verbesserung mittels eines psychophysischen Verfahrens (Analytische Psychokatharsis) gedacht. Ein paar Bemerkungen zur Gesamtsituation der Weltlage sind jedoch kein Fehler. Dazu gehören:

1.    1.  Die Zunahme autokratischer Regierungen, deren politischen Manipulationen und Kriegsverbrechen

2.     2. Die Umweltzerstörung

3.     3. Die Infantilisierung der Gesellschaft und Kultur

Zu 1. Assad, Putin, Erdogan, und etliche andere begehen laufend Kriegsverbrechen, die zumindest deutlich beim Namen genannt werden müssen. Assads Bomben haben fast eine halbe Million seiner eigenen Landsleute getötet, darunter zahlreiche Kinder. Geholfen hat ihm dabei Putin, der behauptete, gegen den IS und die radikalen Rebellen vorzugehen. Getroffen wurden aber tausende von Zivilisten und Kinder. Neben seinen Verbrechen in der Ukraine sind auch der Abschuss der Malaysia Airlines im Juli 2014 bewiesen (niederl. Ermittler und neue Fotodokumentation). Erdogan hat hundertausend seiner Landsleute in Gefängnis gebracht und den Krieg gegen die Kurden wieder neu begonnen. Auch der israelische Präsindet Netanjahu hat im letzten Gazakrieg 2500 Palästinenser getötet (dabei mehr als 400 Kinder) und dazu auch noch 70 seiner eigenen Soldaten geopfert. Das Kriegsverbrechen der Palästinenser bestand in den Beschuss Israels mit Raketen, die jedoch nur eine Person getötet hatten und die meistens von israelischen Gegenraketen vernichtet werden konnten. Netanjahu hätte besser nichts getan. Erwähnen muss man auch Chinas Rücksichtslosigkeit gegenüber Tibet, die Kriege im Kongo, die Situation in Venezuela und etliche andere mehr.

Zu 2. Der extreme Klimawandel, die Plastikvermüllung der Weltmeere, die Vernichtung der Mikrofauna durch Pestizide und vieles andere mehr sollen hier nur genannt werden. Denn diese Webseite soll dazu beitragen, dass durch das genannte Verfahren der An.-Psychok. auch jedes Individuum zu einer Verbesserung der Lage beitragen kann.

Zu 3. Und so ist auch dieser letzte Punkt zu verstehen. Exzessives Konsumverhalten, mangelnde eigene Selbstbildung (Selbstvermeidung), weil die Kultur zu wenig dafür bietet, umfassender Tierschutz, sollen dazu anregen, diese Webseite auch im Sinne einer Ökopsychoanalyse zu verstehen (Beiträge dazu in den Fachartikeln).

Wissenschaftsgentrifizierer

Alle gehen sie ständig ins Kino, in die Oper, ins Theater oder ins Konzert und treffen sich mit Freunden, und machen Sport und beschäftigen sich auch mal mit den Enkelkindern, weil das besonders gut ankommt. Sie lesen auch viel, diskutieren, gehen schon mal zu einem Vortragsabend oder in Ausstellungen und reisen viel und essen gut. Sie können fast alles und wissen auch fast alles, aber ich kann an all dem nichts mehr finden oder kaum noch. Sie sind die Kulturgentrifizierer, zu denen ich auch immer gehörte und wahrscheinlich auch jetzt noch nicht ganz davon befreit bin. G. Paoli schreib diesbezüglich über das,[1] was schon S. Freud vor hundert Jahren damit ausdrückte, dass er von dem ‚Unbehagen  i n  der Kultur redete. Nicht Unbehagen  a n  der Kultur, sondern mitten in ihr. Freud meinte damit, dass es unerträglich wird, wenn die Kultur sich selbst zu sehr betont, wenn sie zu kultürlich wird, zu künstlich, zu gemacht, zu stilisiert. Wenn die Triebkräfte nicht mehr frei und kreativ nach oben kommen und dies nicht durch Unterdrückung geschieht, sondern durch positive, ach so gebildete und gelungene positive Beispiele.

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Die Luzidität und die Echos im Körper

Den vielen grundlegenden Doppelprinzipien, die die Welt beherrschen, und die ich in zahlreichen Veröffentlichungen als Spiegelung und Rhetorik, als ein Es Strahlt und ein Es Spricht, als Imaginäres und Symbolisches, etc., bezeichnet habe, füge ich die oben genannten hinzu. Sie können einfach nochmals präziser belegen, was mit primären Kräften, Prinzipien oder Trieben gemeint ist, wie sie von den Wissenschaften genutzt werden. Ich bin berechtigt ein übergeordnetes Paar dieser Ur’s zu benennen, denn die Wissenschaften ufern stets weiter aus und glauben, sie könnten stets ein neues Paar erfinden, anstatt den Zusammenhang aller zu berücksichtigen. Ein Dualismus ist in den Wissenschaften zwingend, den Elementarteilchen musste man die Gravitation gegenüberstellen, dem Geist die Materie, dem Männlichen das Weibliche, der Schöpfung die Evolution, der Genetik die Epigenetik. Mir scheinen die Luzidität und die Echos des Körpers im Moment den besten Kompromiss darzustellen, vielleicht nicht allen, aber doch vielen Wissenschaften als Begriffspaar voranzustellen. Auch wenn solch eine übergeordnete Vorgehensweise immer dem Vorwurf der Pauschalität ausgesetzt ist, ist mit diesem Doppel viel gewonnen.

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