Analytic Psychocatharsis

... combining meditation with science

Bild und Sprache

BILD  UND  SPRACHE

In der Analytischen Psychokatharsis, einem psychoanalytisch-meditativen Verfahren,  sind Bild und Sprache, Bild- und Worthaftes eng verbunden. Diese beiden Elemente sind sogar bis auf ihr Grundgerüst, auf ihre Elementarstruktur  in dem Ausdruck des „Strahlt / Spricht"  reduziert zusammengefasst, weil das Bildhafte wie ein universelles Strahlen und das Worthafte wie das Sprechen des Unbewussten zu verstehen ist. Von daher fängt man auch an diese beiden Prinzipien, Kräfte, Triebe zu meditieren. Dennoch ist es von Vorteil sie z. B. in dem, was auch die Kunsttherapie tut, nämlich sie in künstlerisch bildhafter und in analytisch worthafter Form anschaulich zusammenzuführen. Das heißt, der Kunsttherapeut lässt seinen Probanden selbst malen und die Bilder werden interpretiert, während ich hier in diesem Artikel versuchen will, bildende Kunst und psychoanalytisches Wort direkt zu kombinieren. Dadurch entstehen Beispiele, wie man sie in den Übungen der Analytischen Psychokatharsis oft selbst erfahren kann. Natürlich kann nichts die eigene Erfahrung ersetzen, aber Beispiele können dennoch nützlich sein.


Zu Anfang ein Bild, das ein Kind gemalt hat und das ihm den Titel „Vater und Mutter" gegeben hat. Natürlich ist das Kind kein Künstler, auch wenn Bild und Titel originell zusammenpassen. Doch deswegen stelle ich es vor. Es ist jeden sofort einsichtig, um was es hier geht. Bei diesem Kind zu Hause herrschen recht turbulente Zustände. Das ist knapp und präzise erfasst. Für mein Strahlt / Spricht - Konzept ist dies wichtig.

Auf jeden Fall sind Bild und Titel in sich und zudem aufeinander bezogen recht aussagekräftig. Nur eine sehr ausführliche, plastisch dargestellte Erklärung und eine zudem dramaturgisch gelungene Beschreibung könnten das Bild evtl. ersetzen, während der Titel wiederum nur schwer durch ein Bild zu vermitteln wäre. Freilich sind detailliertere Erkenntnisse über das Dreieck Vater, Mutter und Kind durch Bild samt Titel auch wieder nicht zu haben. Hier wäre vielleicht E. Noldes Bild „Familie" aussagekräftiger. Die Zeichnung des Kindes ist eben zu einfach, infantil, ein bisschen gedankenlos, während Nolde uns hier in die gleiche Thematik, vielleicht sogar gleiche Familiensituation samt psychologischen, psychoanalytischen Hintergrund einweiht. Hier das Bild von Nolde.

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Katharsis

Denn wenn die Kombination, der Knoten dieser beiden Grundkräfte –triebe zu eng, zu fixiert, zu sehr ins reine STRAHLT gekippt ist, muss eine Wiederholung stattfinden, um den Knoten zu lockern oder zu lösen. Meist gelingt dies mit der klassischen Psychoanalyse nicht. Diese Vorgänge sind zu elementar, „präödipal“ wie man im Fachjargon sagt (also bevor sich der Ödipuskomplex bildet). Dagegen wird z. B. in anderen psychotherapeutischen Verfahren wie etwa dem autogenen Training, der Verhaltenstherapie oder der Meditation eine bewusste Wiederholung eingesetzt: die Wiederholung durch Üben, die Lern-Wiederholung. Hier wird dann vorausgesetzt, dass der Therapeut einen besseren Knoten des STRAHLT / SPRICHT zur Verfügung hat, und man diesen eben solange wiederholt einüben muss, bis die zu enge Fixierung aufgehoben wird. Man spürt hier schon, dass man dafür mehr vom Therapeuten abhängig ist.


Umgekehrt – um die Theorie vorerst abzuschließen – verhält es sich beim Übertragungsvorgang. Hier verbleibt man zu sehr im SPRICHT, denn solange man miteinander redet, ist die Übertragung nicht ganz aufgelöst. Immer neue Bedeutungen werden produziert, und deswegen konnte ich vorhin bei der SPRICHT-Übung vom Auftauchen befremdlicher Gedanken, aus der Tiefe kommender Sprüche und Ähnlichem philosophieren.

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