Analytic Psychocatharsis

... combining meditation with science

Fragmente

Warum Analytische Psychokatharsis

Die Psychoanalyse sei keine Wissenschaft im ganz strengen, sachwissenschaftlichen Sinne, meinte J. Lacan. Aber sie sei unwiderlegbar, weil sie außer Theorie auch noch Praxis ist. Doch seit Freuds Entdeckung des Unbewussten und der Möglichkeit von dessen Enthüllung ist die Praxis wieder in den Hintergrund getreten, was freilich auch mit einem Mangel an einer neuen theoretischen Fassung zusammenhängt. Die Psychoanalyse ist in ihrer Anwendung langwierig und umständlich geworden, aber eben doch unwiderlegbar präzise. Das Verfahren der Analytischen Psychokatharsis erreicht durchaus Einfachheit und Klarheit wie auch die Wissenschaftlichkeit durch einen Ausgangspunkt, der als grundlegend für alle Bereiche (Wissenschaft, Kultur, „Spiritualität", etc.) gelten kann. Er ist in vielen Teilen der Psychoanalyse entnommen, jedoch reduziert auf ihre Grundelemente und somit nicht so kompliziert-komplex (später werden einige theoretische Aspekte notwendig sein, die aber für die Anwendung des Verfahrens nicht für jeden gleich wichtig sind). - Das nebenstehende Bild zeigt ein FORMEL-WORT um einen Torus geschrieben - siehe Erklärungen später -.

Die nebenstehende Abbildung zeigt das im Kreis geschriebenes Formel-Wort ENS-CIS-NOM. Dwerartige der lateinischen Sprache entnommene Wort- bzw. Bedeutungsknoten stellen ein zentrales Element der Analytischen Psychokatharsis dar (weiteres siehe später).

Um es schon im Voraus zu sagen, wirkt das Verfahren der Analytischen Psychokatharsis nicht mittels vorgefasster Begriffe, hinter deren Fassade man dann durch meditative Konzentration zu gelangen versucht, um die wahre Lösung zu finden. Sie arbeitet auch nicht wie die klassische Form der Psychoanalyse mit den „freien Assoziationen" des Patienten, die bis zu spontanen Einfällen auch absurder und peinlicher Art gehen müssen, weil sich gerade darin - nämlich aus dem Unbewussten, dem Tiefenseelischen kommend - die Lösungs-Wahrheit versteckt. Die Analytische Psychokatharsis arbeitet mit formelhaften Wortbildungen, die in einer Formulierung mehrere Bedeutungen in sich tragen und die somit rein f o r m a l , rein strukturell, die Lösung präsentieren, deren Wahrheit der Übende selbst eben nur noch für sich leibhaft erfahren und vertiefen muss, um beides zu gewinnen, Lösung (Katharsis) und Wahrheit (Analyse).Kurz: Die Analytische Psychokatharsis beantwortet die grundlegende Frage des Heils, des therapeutischen Ziels, mit einer wirklichen Antwort. Üblicherweise ist nämlich in fast jeder Frage schon ein bisschen die Antwort versteckt enthalten. Somit wird jede Frage (und mit der Bitte ist es das Gleiche) nicht wirklich neu, authentisch, wissenschaftlich beantwortet (und die Bitte nicht erfüllt, weil sie schon zu vordergründig, zu wunschbezogen bittet). Wenn ich dagegen mit einer formelhaften Wortbildung eine Frage oder Bitte in mir stelle, wird mein eigenes Unbewusstes, mein Tiefenseelisches selbst dazu gezwungen, bei der Antwort das Wesentliche an Wahrheit mit zu liefern, die ja das Unbewusste in Verwahrung hält oder die Bitte - zwar ganz kontrapunktisch (so wie das Unbewusste eben aufgebaut ist, nämlich laut Freud durch psychische Gegenbesetzungen) - aber eben präzise zu erfüllen. Eine echte Antwort und Erfüllung aus dem eigenen Unbewussten zu bekommen, ist der ganze Sinn des hier vorgestellten Verfahrens.

Die gerade erwähnten Grundelemente bestehen in den beiden von der Psychoanalyse herausgearbeiteten und weiter entwickelten Grund-Kräften, -Trieben, -Prinzipien, die laut S. Freud in jedem Menschen gleichermaßen wirken: (a) einem elementaren Wahrnehmungstrieb einerseits (von Freud auch als Schautrieb bezeichnet) und (b) einem ebenso grundlegenden Entäußerungstrieb (von Lacan Sprechtrieb genannt).[1] Freud hatte diese beiden Grundkräfte noch als (a) Eros-Lebenstrieb und (b) Todestrieb konzipiert, was sich jedoch letztlich nicht sehr bewährt hat. Diese Kräfte und Triebe werden in der Psychoanalyse nämlich nicht als direkt und unmittelbar erfahrbar oder gar erlebbar aufgefasst. Bewusst werden uns - so heißt es hier - diese Kräfte nur in der Form, wie sie in uns psychisch repräsentiert sind, wie sie also durch Affekte, Vorstellungen, Gefühle, Phantasmen und Symptome für uns wahrnehmbar werden. Und hier fängt ein gewisses Problem bereits an.

Denn nach psychoanalytischer Auffassung wehrt sich der Mensch gegen die zu heftigen und schwer kontrollierbaren Strebungen dieser Grund- bzw. Triebkräfte und entwickelt daher sogenannte psychische „Abwehren", Hemmungen und Blockierungen dagegen. In der psychoanalytischen Therapie müssen diese „Abwehrmechanismen" dann aufgedeckt und gelöst werden, ein sehr langes, umständliches Verfahren von oft hunderten von Stunden. Auch in der Analytischen Psychokatharsis müssen natürlich diese Zusammenhänge von Trieb­kraft und Abwehr berücksichtigt werden. Aber das Vorgehen ist hier fast umgekehrt. Hier werden die Triebkräfte sehr wohl psychisch, ja psychosomatisch direkt erfahren, aber in einer formal sehr eingeengten und geführten Form, bei der auf die „Abwehren" nicht so extrem geachtet werden muss. Sie werden eher umgangen und nivelliert. Trotzdem wird das, was abgewehrt wird, substanziell erfasst und bearbeitet.

Um das Wirken dieser Grundelemente (-triebe, -kräfte) vereinfacht darzustellen, habe ich den gerade erwähnten Wahrnehmungs-, Schautrieb verkürzt auch als ein ES STRAHLT bezeichnet. Damit wird man nämlich der umfassenden Struktur dieser Triebkraft besser gerecht und so, in dieser Form, ist sie tatsächlich in jedem Menschen auch direkt und unmittelbar erfahrbar. Man braucht sich nur eine Weile abgeschirmt hinzusetzen und evtl. bei geschlossenen Augen darauf zu warten, bis sich ein derartiges Phänomen wie das STRAHLT einstellt: man nimmt es z. B. als eine Helligkeitsempfin­dung, als Erfahrung einer Erleichterung oder einer Veränderung im Körperbild wahr, also in dem Eigenempfinden (Propriozeption), das man in bildhafter Weise von sich und seinem Körper hat. Man kann es bei jedem Einschlafen und Aufwachen kurz bemerken, in dem die sensomotorischen „Nervenströme" sich zurückziehen und evtl. kurz wieder auftauchen und einem diese Änderung im Körperbild ganz kurz bewusst wird. Es kann in Form eines Durchströmens, Losgelöstseins auftreten oder in Gefühl eines sich vergrößernden Raumgefühls auftreten. All dies ist ja eine Art von STRAHLT. In der gleichen Weise verkürze ich auch den Entäußerungs- bzw. Sprechtrieb zu einem vereinfachten ES SPRICHT. Dies entspricht tatsächlich auch dem Besonderen der psychoanalytischen Auffassung vom seelisch Unbewussten, nämlich dass es nicht etwas ist, das ein S e i n hat, sondern das etwas zu s a g e n hat, das SPRICHT. Das ist nicht ganz leicht zu verstehen. Ich werde es jedoch noch besser begreiflich machen, dass es tatsächlich etwas in uns gibt, das ständig raunt, murmelt und spricht und das man als solches auch wahrnehmen kann (z. B. ebenfalls kurz beim Aufwachen, wenn man noch einen ganz seltsamen Gedanken, wirres Sprechen aus dem Schlaf mit ins Wachsein nimmt).

Nur in vordergründiger Weise sind die Triebkräfte so kombiniert, dass sie sich mit 'Objekten' verbinden und für uns als Intentionen, Wünsche und Antriebe erfahrbar werden. Unbewusst ist uns dann eben mehr die Art, wie wir sie abwehren. Doch noch unnbewusster verursachen fast mechanisch den von Freud beschriebenen 'Wiederholungszwang'. Unbewusst, unabsichtlich und doch von uns selbst dazu getrieben agieren wir immer wieder die gleichen 'Dinge'. Freud hat dies sogar mit dem gerade oben erwähnten Todestrieb in Zusammenhang gebracht. In der Analytischen Psychocatharsis wird nun gerade dieser Zusammenhang genutzt, indem dem unbewussten Wiederholungszwang eine - wie die Psychoanalytikerin S. Heenen-Wolf schrieb - bewusste Wiedrholungs-Arbeit entgegengesetzt wird. Damit diese wirken kann, kann sie jedoch nicht mit der Sprache der Alltagslogik, mit sinnbezogenen Sätzen und Argumenten arbeiten. Solche würden sich ja nur wieder in die Abwehrmechanismen einschreiben, die ja durchaus sinnbezogen sind, wenn auch an der Grenze des sprachlich Normalen, des normal Syntaktischen. Für die Wiederholungs-Arbeit brauchen wir eben die schon genannten Formel-Worte, die mehr Formel als Wort sind, aber doch mathematisch-logisch aufgebaut wurden. So ergibt das oben in dem Bild gezeigte Formel-Wort von verschiedenen Stellen aus gelesen eine andere Bedeutung, mindestens drei oder vier. All diese wiederum lassen sich zu keiinem einheitliichen Sinn verdichten, und genau so etwas kann das unbewusste Wiederholen aufsprengen, wenn man es ihm durch ständiges, gedankliches Wiederholen im Sinne dieser Wiederholungsarbeit entgegensetzt. Damit lässt sich also eiine Psychoanalyse an ihren tiefsten unbewussten Wurzeln betreiben.

Weitere Erläuterungen, aber vor allem auch eine Erklärung der Praxis finden sich in der hier auf dieser Webseite frei herunterladbaren Broschüre "Die körperlich kranke Seele".


[1] Ich habe an anderer Stelle (Das „konjekturale Denken", 2004) dargelegt, dass diese beiden Grundkräfte bzw. -prinzipien auch in der Physik und auch in den Geisteswissenschaften Gültigkeit haben. Der Psychoanalytiker spricht hier von Trieben, Triebkräften.

 

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