Lacan versus Habermas

Der Philosoph J. Habermas meinte, Lacan, haben mit seiner psychoanalytischen Theorie „das Licht der Aufklärung verdunkelt“. Doch diese negative Aussage muss man positiv umdeuten: das Licht der Aufklärung war gar nicht so hell, wie Habermas meint, das neuzehnte und zwanzigste Jahrhundert mit ihren grauenhaften Kriegen haben gezeigt, dass schrecklichste Finsternis herrschte, an der die Aufklärung nichts geändert hat. Und so konnte es nur gut sein, das Licht der Aufklärung mit einem Ausflug in die Psychoanalyse ein bisschen herunter zu dimmen.

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Das Leben im Sterben

Seit jeher existiert ein Streit darüber, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder eher nicht. Doch neuere neurowissenschaftliche Untersuchungen könnten diesen Streit in einer Weise lösen, die beiden Auffassungen ein bisschen gerecht wird und eine neue, reale und gesicherte Version anbietet.  Ich spreche diesbezüglich von einem Leben i m Sterben oder gar vom Leben i m Tod, also von einem Zustand, der von außen betrachtet als Lebensende gesehen wird und mit Elektroencephalographie, funktioneller Magnetresonanztechnik und anderer wissenschaftlicher Methoden präzise festgestellt werden kann, aber von innen her ganz anders aussieht.

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Transgender

Eines meiner Bücher hat den Titel: Vater seiner selbst, was mit der übertragenen Bedeutung des Wortes Vater zu tun hat. Zur Mutter seiner selbst kann man jedenfalls nicht werden. Das scheitert an der diesbezüglichen Geburts-Praxis, aber auch am Irrtum des Adonis, durch Verschmelzung mit der Muttergöttin stets aus ihr neu geboren zu werden. Und selbst wenn man sich vom Bemuttern losreißen kann, heißt dies ja nicht, dass es entscheidend zum selbstständig, kritisch und vernünftig werden führt. Auch Vater seiner Selbst zu werden ist nicht einfach, eben weil die Vatermetapher

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Das duale Genießen

Die Schriftstellerin Siri Hustvedt ist bekannt für ihre phantasievollen Romane, die oft mit Hinweisen auf Neurowissenschaft, Psychiatrie, Philosophie und Psychologie reichlich untermauert sind. In ihren Büchern kommt sie meist auch selber vor, und es geht vorwiegend um die Thematik von Mann und Frau. In ihrem allerneuesten Buch ‚Wenn Gefühle auf Worte treffen‘, spart sie nicht mit ihrer ungeheuren Belesenheit und ihrem Wissenschaftsanspruch, wobei sie oft vom Hundertsten ins Tausendste gerät.(1) Sie wird von der ihr ganz seelenverwandten Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen interviewt, die genau die guten Fragen stellt, auf die hin Siri Hustvedt antwortend das Universum ihrer weit reichende Gedankenvielfalt zum Ausdruck bringen kann.

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All-Round-Wissenschaftler

Schon in anderen Büchern habe ich über die modernen, äußerst gebildeten, interessanten und umfassend argumentierenden Wissenschaftlern der letzten zwei, drei Jahrzehnte geschrieben. Sie sind Naturwissenschaftler und Wissenschaftsphilosophen wie D. C. Dennet, A. R. Damasio, S. Pinker, R. D. Precht, R. Dawkins und N. Harari, die mit einem großen Begriffsintrumentarium und komplexen Argumentationen Objektivität hinsichtlich des Menschen als solchen herstellen wollen. Sie wissen nichts von den Signifikanten, die nicht objektive Zeichen sind, an die man sich präzise halten könnte, wie sie die genannten Allround-Wissenschaftler zu verwenden versuchen. Die Signifikanten sind vielmehr

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